Fraktionsstärke ist das Ziel (HA v. 19.06.2020)

Die Liberalen verabschieden ihr Wahlprogramm,wählen ihre Kandidaten und unterstützen Matthias Müller.

 

Von Danijela Budschun

Herten-Mitte. Einen eigenen Bürgermeisterkandidaten stellen sie nicht, die Freien Demokraten in Herten. Sie unterstützen den unabhängigen Bürgermeisterkandidaten Matthias Müller – eine entsprechende Entscheidung fiel bereits bei ihrem Stadtparteitag Anfang des Jahres. Am Mittwoch stellte Müller beim FDP-Wahlparteitag im Hotel am Schlosspark die Themenfelder vor, die er als Bürgermeister anpacken würde: von A wie Arbeitsplätze bis W wie Wohnen. „Wir haben da einige Punkte, wo wir Übereinstimmungen finden“, sagte FDP-Stadtverbandsvorsitzender Carsten Balzk, den die Mitglieder auf den Reservelistenplatz 1 wählten.

In seiner Rede ging Balzk auf das Parteiprogramm ein, dem die Liberalen anschließend einstimmig zustimmten. Die Themen reichen von Bildung und Familie bis zu Wirtschaft und Finanzen. Bei Letzteren, laut Balzk „klassischen FDP-Themen“, nahm der Vorsitzende die Folgen der Corona-Krise in den Blick. „Unglaubliche Herausforderungen“ kämen da auf die Unternehmen zu, „da wird es ganz wichtig sein, dass wir als Stadt eine gute Wirtschaftsförderung haben.“ Es brauche qualifizierte Leute an den entsprechenden Stellen im Rathaus, Herten habe in den vergangenen Monaten und Jahren einen „deutlichen Aderlass“ erlebt. Beim Thema Finanzen zeigte sich Carsten Balzk offen für Überlegungen, das Hertener Kanalnetz zu verkaufen – je nach Angebot wäre die Stadt damit bekanntlich auf einen Schlag die Hälfte ihrer Schulden los. Er fände es besser, in Kindergärten und Schulen zu investieren, so Balzk, als sich auf die Schulter zu klopfen und zu sagen: „Unser Kanal gehört uns.“ Die Bildungschancen vor Ort seien entscheidend für die Kinder und Jugendlichen. „Dazu gehört, dass man investiert“, sagte Balzk, aber nicht nur in Gebäude und Digitalisierung. Das Angebot an Ganztags- und Kita-Plätzen müsse ausgebaut werden, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Balzk forderte zudem eine „Erfolgskontrolle“ im Rathaus: „In der Vergangenheit ist viel Gutes angestoßen, aber nicht umgesetzt worden.“

Das Ziel der Liberalen bei der Kommunalwahl am 13. September ist, in Fraktionsstärke in den Rat der Stadt einzuziehen also mit mindestens zwei Vertretern. Das wären dann Carsten Balzk
und Mirjam Forszpaniak, die die Reserveliste anführen. In den vergangenen Jahren war Joachim Jürgens die einzige FDP-Stimme im Rat. In seinem Wahlbezirk tritt er zwar als Kandidat an, doch die Aussichten, per Direktmandat in den Rat einzuziehen, sind gering. Ohnehin hatte Jürgens angekündigt, nach der Kommunalwahl sei seine Zeit im Rat der Stadt vorbei.

Den unabhängigen Bürgermeisterkandidaten Matthias Müller (4. v. l.) begrüßen beim FDP-Wahlparteitag im Hotel am Schlosspark (v. l.) Carsten Balzk (Vorsitzender), Martina Balzk, Andreas Hebestreit, Michael Röder, Mirjam Forszpaniak, Christian Ahlschläger und Niklas Chochollek . —Foto: Danijela Budschun